Costa Rica

14. Juni 2018 , von

Faultiere & karibisches Meer: Wandern durch den Cahuita Nationalpark

Paradiesische Palme

Die beeindruckenden Vulkane im Landesinneren, die weißen Sandstrände an der Pazifikküste, der Dschungel im Corcovado- oder Tortuguero-Nationalpark, die Tierwelt im Manuel Antonio – für viele Reisende sind das die ersten Anlaufstellen während ihres Costa-Rica-Urlaubs. Die Karibikküste geht dabei immer etwas unter. Zu unrecht! Dort findet sich nämlich der für mich schönste Nationalpark des Landes – der Parque Nacional de Cahuita.

Fahrt nach Cahuita – Reise an die Karibikküste

In den meisten Fällen landest du in San José und startest von dort deine Costa Rica Experience. Das ist auch ein guter Ausgangspunkt um mit einer drei- bis fünfstündigen Auto- oder Busfahrt alle wichtigen Spots im Land zu erreichen. Egal in welche Richtung du fährst, du kommst in eine der vielen wundervollen Regionen Costa Ricas. Cahuita an der Karibikküste liegt östlich von San José und ist eine dieser wundervollen Regionen.

Es gibt zwei Möglichkeiten, dorthin zu fahren – die Autobahn 32 oder die Autobahn 10. Beide Strecken sind ungefähr gleich lang, ich empfehle dir aber den etwas nördlicheren Weg über die Autobahn 32. Dieser führt schon unterwegs durch einen ersten kleinen Nationalpark – den Parque Nacional Braulio Carillo. Der Park ist kein typisches Touristenziel, beim Durchfahren gibt’s aber den ersten Einblick in die tolle Natur Costa Ricas mit Wasserfällen, tiefem Dschungel und den ersten Tieren am Straßenrand. Ab Siquirres treffen sich beide Autobahnen wieder und führen auf der einzigen großen Straße zur Karibikküste in Richtung Puerto Limón.

Fahrt nach Cahuita

Erste Einblicke in die beeindruckende Natur von Costa Rica. Auf dem Weg an die Karibikküste geht es durch den Parque Nacional Braulio Carillo, den ich hier aus unserem Mietwagen heraus fotografiert habe.

Auf der Fahrt werden dir die ersten Absurditäten der costa-ricanischen Verkehrsplanung auffallen. Die Provinz Limón ist wirtschaftlich eine der wichtigsten Regionen des Landes. Hier gibt es viele Touristen und den großen Hafen in Puerto Limón, von dem immer noch viele große Schiffe ablegen und die Güter des Landes in die weite Welt transportieren. Der Hafen ist allerdings nicht mehr ganz so groß wie früher, als vor allem Bananen exportiert wurden.

Um die Bananen bis zum Hafen zu transportieren, gab es sogar mal eine Bahn, die nach Puerto Limón fuhr. Dadurch dass es diese Zugverbindung allerdings nicht mehr gibt, wird heute alles per LKW nach Osten gefahren und das alles auf dieser einen Straße. Das sorgt für Stau und langsamen Verkehr. Lass dich davon nicht aus der Ruhe bringen und beobachte die ersten Vögel, die über dir kreisen oder zähle die riesige Anzahl an Schiffscontainern, die bis nach Puerto Limón in Lagern entlang der Straße gestapelt werden.

Limon

Sonderlich viel hat Puerto Limón nicht zu bieten. Aber jeder Weg an die Karibikküste führt hier entlang.

In Puerto Limón macht die Straße einen Knick und führt nach Süden weiter Richtung Cahuita und Puerto Viejo. Einen Stop in der Hafenstadt kannst du dir übrigens sparen! Wenn du nicht gerade tanken oder Wasser kaufen musst, gibt es hier nichts zu sehen. Nach Süden geht es jetzt wesentlich verkehrsberuhigter weiter, vorbei am kleinen Flughafen von Puerto Limón und entlang der Küste durch die immer grüner werdende Landschaft.

Achte am besten immer auf die Bäume und Stromleitungen neben der Straße, natürlich nur falls du Beifahrer bist. Hier solltest du die ersten Affen oder vielleicht sogar schon Faultiere sehen. Bei so viel Ablenkung vergeht die zeit wie im Flug und du bist eine knappe Stunde später schon in der traumhaften Region um Cahuita und Puerto Viejo.

Angekommen am Park – Touristen, Guides und freier Eintritt

Der Parque Nacional Cahuita liegt direkt am Meer südöstlich von der kleinen Küstenstadt Cahuita. Der Eingang ist in der Stadt ausgeschildert und kaum zu verpassen. In Cahuita selbst gibt es Unterkünfte, ein paar Restaurants und eben diesen Nationalpark, um den sich eigentlich alles dreht.

Der Eingang ist fast ein bisschen versteckt. In einer kleinen Holzhütte sitzt jemand, der dir Infos über den Park gibt, auf die Hinweistafeln verweist und keinen Eintritt von dir verlangt. Das ist für Costa Rica besonders. Eigentlich zahlt man hier sonst überall Eintritt für den Besuch von Nationalparks. Da gehen schon mal locker 20-30 Dollar pro Person drauf, die für die Sicherung des Parks und der Tiere genutzt werden. Der Cahuita Nationalpark ist dahingehend eine absolute Ausnahme!

Die ersten Guides werden wahrscheinlich schon vor dieser Holzhütte auf dich zukommen. Spätestens direkt dahinter bieten sie dir aber geführte Touren an. Mit Objektiv-Ferngläsern und reichlich Erfahrung ausgestattet, sind sie bestimmt eine Hilfe, um Tiere zu sehen. Trotzdem ist mein Tipp: Spar dir das Geld für den Guide.

Im Park trifft man neben Tieren und Guides nämlich noch eine dritte Gruppe – die Touristen! Und die sind gerade in Eingangsnähe in großen Scharen unterwegs und haben bereits Guides im Schlepptau. Einfacher Trick: Wenn die Gruppe stehen bleibt, einfach daneben stellen und das Tier auch sehen. Die meisten Affen, Waschbären und Faultiere werdet ihr zudem auch sowieso ohne die Guides finden.

Der Wanderweg durch das Dschungel- und Tierparadies

Der Startpunkt für den einzigen Wanderweg durch den Park befindet sich an der kleinen Holzhütte am Eingang. Dahinter fühlt es sich ein bisschen an, als wäre man in einem Regenwaldhaus im Zoo. Nur realer. Der gut begehbare Weg wird von hohen Bäumen überdeckt, zur linken Seite rauscht das Meer. An diesem frühen Punkt der knapp 14 Kilometer langen Wanderung ist es noch recht voll auf der Strecke. Das ändert sich dann erst bei der Flussüberquerung nach gut drei Kilometern, dazu gleich mehr. In den hohen Bäumen im Anfangsgebiet verstecken sich übrigens bereits viele Affen und Faultiere. Halte also die Augen offen!

Faultier in Cahuita

Augen auf ab dem ersten Meter. In den Bäumen verstecken sich direkt die ersten süßen Tiere.

Fruto Toxico

Alles im Nationalpark ist übersichtlich und gut ausgeschildert. So wie diese giftige Pflanze.

Dschungel Durchgang Cahuita

Der Pfad ist gut begehbar und offenbart immer wieder fantastische Ausblicke in die Dschungelwelt.

Flussüberquerung – Nasse Füße & toller Ausblick

Nach gut drei Kilometern erwartet dich die einzige schwerer zu überquerende Stelle auf der Wanderung. Am Playa Blanca führt der Weg durch einen kleinen Fluss. Je nach Strömung ist das kleine Flüsschen mit mehr oder weniger Wasser gefüllt. Die Schuhe musst du auf jeden Fall aber ausziehen, wenn sie nicht komplett nass werden sollen. Auch wenn dort keine einzige Palme steht und kein einziges Tier rumrennt, ist die Stelle einer der schönsten Orte auf dem ganzen Weg. Der Ausblick ist traumhaft. Die ganze Szenerie erinnert an ein Bild aus einem Reiseführer!

Selfie am Übergang Cahuita

Vom Flußübergang aus gibt es einen spektakulären Ausblick auf den Dschungel.

Spiegelung Übergang

Die Grenze zwischen Strand, Meer und Horizont verschwimmt hier, wenn das Wetter gut ist.

Übergang Fluss in Cahuita

Der Strom ist schon spürbar, aber der Fluss ist problemlos zu überqueren.

Wenn du den Fluß durchquert hast, setzt du dich auf einen der Baumstämme am Strand, ziehst langsam wieder die Schuhe an und genießt den fantastischen Ausblick auf das karibische Meer. Hier triffst du auch nur noch auf vereinzelte Wanderer. Die großen Gruppen vom Parkeingang überqueren den Fluss meistens nicht.

Tiere links, Tiere rechts, Tiere oben, Tiere unten

Im Cahuita Nationalpark wimmelt es nur so vor Tieren. Du wirst sie alle und überall sehen. Mein Favorit bleiben die Faultiere. Niemand bewegt sich entspannter und gemütlicher. Die Faultiere verstecken sich oft in den Baumkronen und rollen sich zum Schlafen zusammen. Dadurch sind sie teilweise nicht so leicht zu entdecken.

Einfacher wird das schon mit den Affen. Die sieht man nicht nur, man hört vor allem auch ihr lautes Gebrüll. Im Park werden sie dir in großen Massen begegnen. Oft laufen sie auch einfach über den Pfad und brüllen Menschen kurz mal an.

Affe in Cahuita

Der Kapuzineraffe ist die häufigste Affenart im Nationalpark von Cahuita

Affe Crossing

Bäume? Wieso denn, wenn’s auch Wege gibt!

Aber es gibt noch viele andere Tiere im Park! Auf dem Weg werden euch immer wieder wunderschöne bunte Schmetterlinge für ein paar Meter begleiten. Außerdem kreisen diverse Vögel im Wind oder sitzen in den Bäumen. Spinnen und Schlangen können sich mal zeigen, sind aber eher selten. Haltet am Wegrand in Tümpeln auch Ausschau nach Krokodilen, aber keine Angst vor ihnen: die Tiere sind eher scheu und wollen ihre Ruhe haben. Anders als die Nasenbären- und Waschbärenfamilien, die durch den Park streunen und auf Essen von Touristen warten.

Selfie mit Waschbär

Hallo Mister Waschbär!

Schwierigkeitslevel, Umgebung und Tipps

Die 14 Kilometer des Wanderwegs gehen schneller rum, als man so denkt. Dadurch, dass man permanent damit beschäftigt ist, Tiere zu suchen und das Meer zu genießen, rennt die Zeit! Der Weg selbst ist einfach zu bewältigen. Auf dem zweiten Teil werden die Bäume dünner und die Hitze prallt mit voller Wucht auf den Weg. Du solltest auf jeden Fall einen Sonnenschutz, Mückenspray und viel Wasser mitnehmen.

Achtung: Der Pfad ist kein Rundweg! Die Strecke führt über knapp sieben Kilometer in den Park und dann wieder sieben Kilometer zurück. Du kannst am Ende der Strecke auch den Rückweg über die Straße antreten. Dieser ist etwas kürzer, allerdings führt er nicht mehr durch den Park, sondern daran entlang an einer stark befahrenen Straße. Das macht nicht wirklich Spaß.

Im Park kann man auch baden gehen. Die Wellen sind niedrig und das Wasser ist toll. Denk auch unbedingt an deine Kamera oder dein Smartphone. Du wirst kein schöneres Urlaubsfoto mehr schießen, als an einer einsamen Palme im Nationalpark von Cahuita – siehe unten.

Fotospot-Palme

Eine einsame, gebogene Palme direkt am Meer. Zeit für Fotos!

 

Planst du gerade deinen Urlaub in Costa Rica? Dann findest du in diesem Artikel noch ein paar Tipps, was du auf jeden Fall dafür beachten solltest: „Naturparadies Costa Rica – Planung für 2 Wochen Roadtrip

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