Roadtrips USA

6. September 2018 , von

Inselhopping bis Key West: Tipps für die Florida Keys

Ich bin ein großer Fan von Reisen in die USA, weil das Land sehr vielfältig ist und viele verschiedene Regionen mit unterschiedlicher Anmutung bietet. Der hippe, bergige Nordwesten um Seattle und Portland ist völlig anders als die Canyons und Wüsten in Arizona und Utah. Die Weltstadt New York mit Lichtern, Leuchtschriften und Sehenswürdigkeiten ist wiederum nicht mit der kalifornischen Metropole Los Angeles mit seinen Stränden, mit Hollywood und der permanenten Hitze zu vergleichen. Und auch Florida ist eine kleine eigene Welt. Ganz besonders deutlich wird es an der südöstlichen Spitze auf den Florida Keys. Beeindruckende und gefühlt niemals endende Brücken verbinden diese Kette aus vielen kleinen Inseln mit dem Festland. Die Florida Keys sind das kleine Stück Karibik, das die USA zu bieten haben. Und sie sind so viel mehr wert als einen Tagestrip von Miami aus. Meine Erlebnisse von den Florida Keys erzähle ich dir deshalb in diesem Post.

Der Overseas Highway – ein außergewöhnliches Brückensystem

Das erste Highlight auf dem Weg Richtung Key West, der äußersten Insel der Florida Keys, ist der Weg an sich. Die Fahrt dauert bei normalen Verkehrsverhältnissen von Miami aus gute drei Stunden. Plane aber direkt etwas mehr Zeit oder eine Zwischenübernachtung ein. Es gibt verschiedene Spots, die dich zum Anhalten bewegen werden.

Florida Keys, Palme

Herzlich Willkommen in Florida!

Die erste Stunde der Fahrt führt noch über Festland und vorbei an den Ausläufern der Everglades. Das Sumpfgebiet sieht hier schon spannend aus, ist aber nicht im Ansatz vergleichbar mit dem eigentlichen Nationalpark. Trotzdem habe ich mich dabei erwischt, wie ich selbst hier Ausschau nach Sumpftieren wie Krokodilen und Vögeln gehalten habe. Aber nicht zu viel Hoffnung, davon gibt es direkt am Highway eigentlich fast keine.

Die Szenerie ändert sich komplett wenn ihr euch Key Largo nähert, der ersten Insel der Florida Keys. Von den einzelnen Inseln ist Key Largo – wie der Name es schon andeutet – die größte. Auf dem Weg dorthin überquerst du die erste Brücke. Die Amerikaner sprechen von dieser Strecke als Overseas Highway. Damit meinen sie die Route 1, über die der komplette Weg bis nach Key West führt. Diese immer wieder auftauchenden Brücken sind beeindruckend. Dicke Betonpfeiler reihen sich Stück für Stück tief ins Meer und verbinden die Florida Keys. Eine Hauptstraße und links und rechts davon oftmals nichts als Wasser!

Florida Keys, Reuben Sandwich

Das karibische Food ist nicht zu unterschätzen. Solche Reuben Sandwiches findet ihr immer wieder. Hmm, lecker!

Florida Keys, Robbe

Typisch Florida Keys heißt typisch karibisch. Und dazu zählen auch die typischen Tiere – in allen Varianten.

Ich habe mich bei der Überfahrt der einzelnen Brückenelemente immer wieder gefragt, wie das mit den Stromverbindungen funktioniert, die oberirdisch neben dem Highway entlang bis ans Ende der Keys führen. Jeder Sturm, jeder Hurricane ist eine Belastungsprobe für diese Konstruktion – und davon gibt es in dieser Region ja nicht zu wenige.

Top-Ausflugsziel: Robbie’s Marina

Für die alleinige Überfahrt über den Overseas Highway bis nach Key West und zurück, reicht womöglich wirklich ein Tagestrip. Dann bleibt aber so gut wie keine Zeit, den Trip zu genießen. Und es gibt diverse gute Gründe, um länger auf den Keys zu bleiben. Einer davon ist Robbie’s Marina – für mich das erste Ziel für coole Aktivitäten auf den Florida Keys. Achtung! Der kleine Yachthafen ist leicht zu übersehen. Direkt nach der Überfahrt zum Lower Matecumbe Key am Beginn der Stadt Islamorada musst du rechts abbiegen und den Schildern folgen.

Florida Keys, Pelikan

Regelmäßige Gäste bei Robbie’s: Die Pelikane!

Bei Robbie’s werden verschiedene Aktivitäten und Ausflüge angeboten. Du kannst dir zum Beispiel erstmal den kleinen Kunstmarkt vor dem Hafen angucken, du kannst dir entspannt einen Drink oder Snack im kleinen Restaurant gönnen – oder du startest direkt ins Abenteuer. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wir haben uns für zwei davon entschieden. Eine Kajaktour zur kleinen Insel Indian Key und für das Füttern der Tarpune, die in Robbie’s Marina leben.

Die Kajaktour ist super, wenn ihr euch ein bisschen sportlich betätigen und selbst auf Entdeckungstour gehen wollt. Man paddelt ohne Guide mit dem Kajak raus auf’s offene Meer, unter dem Highway durch und eine vorgegebene Route entlang zum kleinen Indian Key, der ein paar hundert Meter entfernt liegt.

Indian Key, Florida Keys

Völlige Ruhe! Auf dem Indian Key gibt es nur das Meer und ganz wenige Menschen

Hier kannst du mit dem Kajak anlegen und die kleine Insel erkunden. Dort gibt es nicht viel mehr als ein paar Wege. Keine Straßen, keine Zivilisation. Auf dem Indian Key hatte ich deshalb wirklich das Gefühl, ein kleines Abenteuer zu erleben. Man ist fast ganz allein auf einer einsamen Insel. Du kannst dort die guten Schnorchelspots genießen, dich entspannt an den Strand legen oder im Schatten der Palmen entspannen. Achtung: Auf dem Indian Key gibt es kein Geschäft, keine Klos und auch keinerlei sonstige Infrastruktur. Nimm also alles nötige wie Wasser und Snacks mit auf deinen Trip!

Mein zweites Highlight bei Robbie’s war das Füttern der Tarpune. Diese riesigen, schlacksigen Fische leben direkt im Yachthafen unter den Stegen. Kauf dir einen Eimer Fische und wirf sie ins Meer. Die Reaktion der Tarpune folgt direkt – und sie ist super! Die Fleischfresser springen sofort aus dem Wasser und jagen in Gruppen von locker 50 Fischen dem Futter hinterher. Es ist ein reiner Kampf! Absurdes Erlebnis.

Aber Robbie’s bietet noch mehr Möglichkeiten für Unternehmungen. Du kannst die Kayaktour auch in die andere Richtung vom Hafen aus machen, um durch das Mangrovendickicht zu fahren und auf auf die Suche nach Seekühen zu gehen. Oder du buchst einen Trip mit dem Sunset-Segelboot. Oder du gehst mit einer Crew auf Fishing-Tour. Alleine bei Robbie’s Marina könnte man mehrere Tage verbringen. Einen würde ich dort aber auf jeden Fall einplanen.



Seven Mile Bridge – eine scheinbar unendliche Brücke

Ein großes Highlight der Fahrt nach Key West ist die Überquerung der Seven Mile Bridge. Es ist der längste Brückenabschnitt auf dem Overseas Highway und er verbindet den Knight’s Key mit dem Little Duck Key. Die Sieben-Meilen-Fahrt über nichts als Wasser wird dir ewig vorkommen. Es ist teilweise auch etwas spooky, dass hier wirklich nichts außer dem Atlantik rund um den Highway zu sehen ist.

Neben der Hauptbrücke ist ein weiteres Highlight die zweite Brücke, die parallel zum Highway verläuft. Dies ist die Vorgänger-Verbindung. Anfang des 20.Jahrhunderts fuhr hier eine Eisenbahn die Keys entlang und verband die einzelnen Inseln. Diese Strecke ist heute nicht mehr aktiv, für Fußgänger und Fahrradfahrer aber zugänglich. Plane hier auf jeden Fall einen kurzen Stop ein! Über diese Brückenabschnitte zu laufen, ist nochmal ein komplett anderes, beeindruckendes Gefühl, als sie nur mit dem Auto zu befahren.

Florida Keys, Highway

Die alten Brückenteile wurden nie abgerissen und sind definitiv einen Zwischenstop wert.

Key West – ein Stück Karibik in den USA

An vielen Stellen ist Key West ein ganz klischeehafter Touri-Spot. Die große, bunte Boje am „Southernmost Point of the USA“ ist einer der meistfotografierten Orte von Key West, obwohl sie gar nicht der echte südlichste Punkt ist. Am Nordende der Insel gibt es riesige Gebäude, bewohnt von den großen Hotelketten. Gruppen aus aller Welt starten Ausflüge auf die letzte Insel der Florida Keys. Aber Key West hat auch eine andere Seite und die lohnt es zu erkunden.

Key West, Southernmost Point

Der südlichste Punkt der USA ist nicht wirklich der südlichste Punkt. Der liegt auf dem Militärgelände in Key West ein kleines Stück weiter. Da darf aber keiner von uns hin!

Eine Übernachtung in Key West ist für mich deshalb Pflicht! Wenn du dir eine Unterkunft abseits der großen Hotelketten suchst, ist das Aufwachen schon ein Erlebnis, denn bei Sonnenaufgang kräht ein Hahn, über dir wackeln die Palmen im Wind und du merkst irgendwann, dass du hier irgendwo mitten im Golf von Mexiko auf einer kleinen Insel bist. Dieses Gefühl von Abgeschiedenheit ist besonders! Nach dem Frühstück kannst du Key West gut zu Fuß erkunden.

Key West, Hotel

In Key West gibt es viele tolle Unterkünfte neben den großen Hotelklötzen, die den Charme der Insel bewahren.

Mein Tipp ist es, etwas abseits der normalen Wege entlang zu gehen. Laufe vielleicht am Key West Cemetery vorbei – einem beeindruckenden karibischen Friedhof mit Palmen und großen Echsen, die dort auf den Steinen in der Sonne chillen. Oder schnapp dir eine Kokosnuss an einem der Stände am Edward B.Knight Pier im Süden und genieße auf dem Holzsteg die Sonne, den kühlen Wind und den Atlantik. Oder entspanne dich im ruhigen Beachpark am Fort Zachary Taylor und streckt die Füße zum Entspannen ins Meer. All das bringt schließlich das besondere karibische Feeling, dass man in den USA so wohl nirgendwo sonst findet.

Key West, Palmen

Fast wie eine Postkarte!

Florida Keys, Halloween

Man vergisst es schnell, aber Key West ist eine ganz normale amerikanische Stadt – inklusive der Deko an Halloween :).

Key West, Steg

Hach!

Game Over – perfekte Spots für den Sonnenuntergang

Eine Sache bleibt in Key West so gut, wie kaum irgendwo anders: Der Sonnenuntergang! Das Wetter ist fast immer hervorragend und daher gibt es zwei gute Optionen, um zu beobachten, wie die Sonne langsam am Horizont verschwindet. Die erste ist ein Sunset Trip mit dem Boot vor die Südküste der Insel. Ja, das kostet ein bisschen Geld und ja, das machen viele Leute. Aber es ist einfach wunderschön! An der Key West Bight Marina legen jeden Abend verschiedene Segelboote ab und bringen euch raus auf’s Meer. Und dort bleibt ihr für den besten Blick auf die letzten Sekunden der Sonne. Meistens kannst du deine eigenen Drinks mitnehmen und auf dem Boot dann genießen.

Key West, Sail

So ruhig ist das Meer direkt vor der Küste selten!

Key West, Seaview

Was für ein traumhafter Anblick!

Key West, Dolphin

Wer Glück hat, sieht dann auch den Kollegen hier direkt vor Key West.

Alternativ würde ich dir empfehlen abends zum Mallory Square zu gehen. Auch da wirst du jedoch alles andere als alleine sein. An diesem Platz ist abends nämlich viel los. Straßenkünstler führen ihre Show auf, viele Bars bieten den besten Blick Richtung Westen und es sind viele Übernachtungsgäste hier zu Fuß unterwegs um den besten Blick auf den Sonnenuntergang zu erhaschen. Das Absurde ist hier: Sobald die Sonne hinter dem Horizont verschwunden ist, applaudieren alle! Es ist nicht so richtig klar, warum diese Tradition entstanden ist. Doch diesen Moment hat sich der Star des Tages absolut verdient.

 

 

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