Listomania Portugal Städtereisen 25. Juli 2017

Meine zehn Höhepunkte für einen Lissabon Städtetrip

Azulejos im Bairro Alto in Lissabon


Schon lange stand ein Lissabon Städtetrip ganz oben auf meiner Bucket List. Deswegen war ich sehr glücklich darüber, die portugiesische Haupstadt Anfang Juli 2017 endlich das erste Mal zu bereisen. Und ich muss zugeben: Ich habe mich direkt verliebt. Enge Gassen mit dörflichem Charakter, alte Trams mit Holzverkleidung, mit bunten Fliesen („Azulejos“) verzierte Häuser, aber auch der langsame Zerfall vieler Gebäude machen den unglaublichen Charme Lissabons aus. Nach fünf Tagen vor Ort wollte ich eigentlich gar nicht mehr weg, denn: Lissabon hat auf Anhieb einen Platz ganz oben im Ranking meiner Lieblingsstädte erobert. Ich zeige dir die Highlights von meinem Lissabon Städtetrip. Hier kommen die Top 10 meiner Sehenswürdigkeiten und Must-Do’s für Lissabon.

1. Tram fahren

Die kleinen Straßenbahnwagen, die durch Lissabons enge Gassen fahren, sind zweifelsohne ein Wahrzeichen der Stadt. Ich komme mir vor wie in einem großen Freilichtmuseum. Die alten Holzwagen, die an mir vorbeifahren, wirken wie aus einer anderen Zeit. Natürlich will ich da auch mitfahren. Leider ist die berühmte Linie 28 immer sehr voll! Also entscheide ich mich für Plan B: eine Fahrt mit der Linie 12 ab der Praça da Figueira mitten in der Innenstadt. Die gleichen Retro-Trams, aber weniger Touristen. Von der Praça geht es dicht an alten Häusern vorbei hinauf in die mittelalterlich anmutenden Stadtteile Graça und Alfama. Und von dort dann wieder zurück zurück zum Ausgangspunkt. Ich kann mich gar nicht sattsehen an den tollen Anblicken. Und die alten Holzsitze und die rustikale Innenverkleidung der Bahnen sind bereits ein Erlebnis für sich.

Tramder Linie 12 in Lissabon

So sehen die alten Tramwagen aus, hier die Linie 12.

Mein Tipp: Kaufe dir für den öffentlichen Nahverkehr die wiederaufladbare Zapping-Karte namens Via Viagem. Du bekommst sie in allen Metro-Stationen. Damit sind die Fahrten viel günstiger als Einzeltickets in den Bussen und Bahnen.

2. Castelo de São Jorge

Hoch über dem Stadtteil Alfama thront das Castelo de São Jorge. Die mittelalterliche Burg ist für sich genommen schon einen Besuch wert. Die Anlage ist sehr schön restauriert und komplett begehbar. Ich laufe während meiner Besichtigung über Burgmauern und erklimme alte Wehrtürme. Das Beste hier oben ist allerdings der Blick auf die Stadt. Ich komme am Abend zum Sonnenuntergang auf die Burg. Die alten Gebäude und Plätze Lissabons sind in ein magisches Licht getaucht und man hat einen fantastischen Panoramablick. Im Hintergrund erhebt sich die Ponte 25 de Abril, die mich optisch an die Golden Gate Bridge erinnert.

Blick vom Castelo de Sao Jorge auf Lissabon

Vom Castelo de São Jorge hat man einen fantastischen Ausblick auf Lissabon.

Blick vom Castelo de Sao Jorge auf Lissabon

Besonders schön ist es am Abend, wenn die Sonne untergeht.

3. Graffitiruinen in Alfama

Unweit des Eingangs zum Castelo treffe ich zufällig in einer Quergasse auf ein verlassenes und verfallenes Gebäude. Es scheint früher eine Fabrik gewesen zu sein. In einem der Haupträume liegen noch Werkzeuge vor alten Kaminen. Woher ich das weiß? Die Ruine ist nicht abgesperrt und kann auf eigene Faust erkundet werden. Auf dem Vorplatz beobachte ich einen Street-Art-Künstler, der eine riesige Leinwand besprüht. Innerhalb der Ruine ist alles verwildert, das Gebäude muss schon Jahrzehnte leerstehen. An den maroden Wänden finden sich zahlreiche Graffitis. Ein bisschen unheimlich ist dieser Ort, aber auch sehr aufregend. Ein kleines Urban Exploration Adventure mitten in Lissabon! Ich habe dir hier den genauen Ort von diesem „Lost Place“ bei Google Maps rausgesucht.

Graffitiruine in Alfama

Die Graffitiruinen in Alfama stehen wahrscheinlich in keinem Reiseführer.

Marc Möllmann in einer Graffitiruine in Alfama

Trotzdem waren sie für mich einer der Höhepunkte meines Lissabon Trips.

Graffiti in Alfama in Lissbon

Da werden Erinnerungen wach an meinen Besuch im Zion National Park!

4. Bummel durch Alfama

Wenn du schon mal in Alfama bist, lass dir einen kleinen Spaziergang durch das Viertel nicht entgehen. Hier findest du alles, was einen Lissabon Städtetrip ausmacht. Enge, steil abfallende Gassen, alte Häuser mit prächtigen Azulejos und die schrulligen Straßenbahnwagen, die regelmäßig durch die Straßen jagen. Ein absolutes Muss ist für mich eine Pause an einem der Aussichtspunkte wie dem Miradouro das Portas do Sol. Hol dir ein kaltes Bier und genieße das Leben. Die portugiesischen Marken Sagres und Super Bock gibt es fast überall und beide schmecken sehr gut. Ebenfalls sehr sehenswert ist die Kathedrale („Sé“) im unteren Bereich Alfamas.

Häuser mit Azulejos iun Alfama

Typisch für Lissabon sind Häuser mit bunten Kacheln, den so genannten Azulejos.

5. Pastéis de Nata essen

In ganz Lissabon werden dir kleine Blätterteigtörtchen über den Weg laufen, die Pastéis de Nata. Es gibt sie hier wirklich an jeder Ecke. Die Törtchen sind mit einer puddingartigen Crème gefüllt, meist oben drauf flambiert und dadurch leicht schwarz. Mich erinnern sie vom Geschmack an andere südeuropäische Süßspeisen wie Crème Brulée oder Crema Catalana. Ja, das Zeug ist wirklich pervers süß, aber auch richtig lecker. Zumindest eines dieser Miniküchlein zu probieren, sollte zu jedem Lissabon Städtetrip gehören.

Pastéis de Nata in der Auslage einer Konditorei

So sehen sie aus, die Pastéis de Nata. Nichts für die schlanke Linie!

6. Ausflug nach Belém

Der direkt am Tejo gelegene Vorort Belém ist einen kompletten Tagesausflug wert, denn hier gibt es richtig viel zu sehen. Ich fahre aus der Lissaboner Innenstadt vom Bahnhof Cais do Sodré mit der Linha de Cascais raus nach Belém. Auch hierfür kannst du die Via Viagem-Karte benutzen. Die Top-Attraktion ist das Kloster Mosteiro dos Jeronimos. Es ist UNESCO-Weltkulturerbe und kann besichtigt werden. Mir hat vor allem die Architektur des imposanten Kreuzgangs gefallen.

Kreuzgang des Mosteiro dos Jerónimos

So sieht es im Innenhof des Klosters aus.

Wer auf alte Gebäude steht, sollte sich auch den Torre de Belém nicht entgehen lassen (kann ebenfalls besichtigt werden, ist ebenfalls UNESCO-Welterbe). Ich laufe danach noch zum Entdecker- und Seefahrerdenkmal Padrão dos Descobrimentos – schließlich ist Portugal ein Land der Eroberer. Das Denkmal ist zwar nicht besonders schön, ich finde, man sollte es im Rahmen eines Bummels entlang des Tejo-Ufers aber mitnehmen. Und wer dann immer noch nicht genug von Belém hat, kann sich im Museu Coleção Berardo noch Werke von Meistern der modernen Kunst wie Warhol, Picasso oder Dalí ansehen.

Seefahrerdenkmal in Belém

Nicht schön, aber berühmt: Das Denkmal der Seefahrer und Entdecker in Belém.

7. Einen Strandtag anlegen

Lissabon ist umringt von tollen Stränden. Also entscheide ich mich, einen Strandtag einzulegen. Wieder geht es mit der Linha de Cascais raus aus der Lissaboner Innenstadt. Die meisten Sonnenanbeter fahren bis zur Praia de Carcavelos. Der Strand ist lang und sehr schön, aber vor allem am Wochenende auch gerne mal überlaufen. Ich habe den Zug deswegen früher verlassen, an der Haltestelle Cruz Quebrada. Direkt unterhalb der Gleise liegt ein kleiner Strand, an dem es beschaulicher zugeht. Ich verbringe hier einige angenehme Stunden. Du kannst auch problemlos ins Meer gehen und dir eine Abkühlung gönnen. Ich mag den Atlantik, weil er im Sommer schön kühl und erfrischend bleibt.

Strand von Cruz Quebrada

So sieht es am Strand von Cruz Quebrada vor den Toren Lissabons aus.

Strand von Cruz Quebrada

Am Horizont ist noch die Ponte 25 de Abril zu erkennen.

8. LX Factory

Auf halber Strecke zwischen der Innenstadt Lissabons und Belém liegt am Fuße der Ponte 25 de Abril die so genannte LX Factory. Auf diesem ehemaligen Industriegelände haben sich Künstler angesiedelt und aus dem Ort einen hippen Szenetreff gemacht. Ich war am frühen Abend hier und habe mich von der Mischung aus Street Art, Boutiquen, fancy Bars und Restaurants begeistern lassen. Wenn du gerne in Hipster-Vierteln abhängst, dann ist das hier dein Ort! Die Lage direkt unter einem der massiven Brückenträger ist auf jeden Fall sehr atmosphärisch und hat einen besonderen Charme.

Street Art in der LX Factory

Wer auf Street Art steht, kommt in der LX Factory auf seine Kosten.

9. Sightseeing in Baixa

Jetzt aber zurück in die Innenstadt. Der Stadtteil Baixa ist quasi der Mittelpunkt der Stadt. Ich starte meinen Bummel an der Praça do Comércio, einem großen Prachtplatz direkt am Tejo. Von hier aus geht es durch einen Triumphbogen in eine der Haupteinkaufstraßen Lissabons. An deren Ende liegt ein weiterer großer Platz, die Praça do Rossio, mit monumentalen Springbrunnen. Ich empfehle, zwischendurch im Restaurant Moma einzukehren. Hier gibt es hervorragende portugiesische Küche, zum Beispiel einen super leckeren gegrillten Tintenfisch. Und zwar komplett mit Tentakeln!

Praça do Rossio im Zentrum Lissabons

Klassisches Lissabon: Die Praça do Rossio mitten in der Innenstadt.

10. Kneipentour durch das Bairro Alto

Wer abends rausgehen will, ist im Bairro Alto gut aufgehoben. Lauffaule können von Baixa aus den riesigen Freiluftaufzug Elevador de Santa Justa oder die Standseilbahn Elevador da Glória nehmen.

Standseilbahn Elevador da Glória

Wer sich den steilen Fußweg ins Bairro Alto ersparen möchte, kann den Elevador da Glória benutzen.

Im Bairro Alto reiht sich eine Bar an die nächste. Das Publikum ist sehr gemischt – viele Einheimische, aber auch sehr viele Touristen. Ich muss zugeben: Nicht jede Bar ist ein Treffer, das Publikum sieht teilweise eher nach Ballermann-Proll aus. Aber es gibt auch einige sehr gute Läden, mein absoluter Favorit ist die Bar A Capela. Der Name verrät es schön, das hier ist eine ehemalige Kapelle. An den Wänden sind noch Fresken zu sehen, es gibt einen Beichtstuhl und einige schreinähnliche Einbuchtungen. Dazu legen DJs auf und sorgen für eine extrem lässige Bar-Atmosphäre.

Hast du auch schon einen Lissabon Städtetrip unternommen? Welchen Höhepunkt habe ich vergessen? Schreib mir deine Meinung und lass mir einen Kommentar da.

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2 Comments

  • Reply Vany 27. Juli 2017 at 11:25

    Sehr coole Tipps für Lissabon! Das meiste davon habe ich auch so gemacht (und auch nieder geschrieben) 🙂
    Diese Ruine in Alfama hätte ich wirklich zu gerne auch entdeckt. Das sieht richtig cool aus! Bist du gerade noch in Lissabon? Auf meinem Blog habe ich neben Tipps zur Stadt auch noch ein paar Empfehlungen für coole Restaurants und Cafés. Freue mich, wenn du mal vorbei schaust 🙂

    Liebe Grüße

    Vanessa

    • Reply Marc 27. Juli 2017 at 15:32

      Hi Vanessa, dankeschön! Ich bin leider nicht mehr in Lissabon, sondern wieder zurück in Köln. Aber in ein paar Wochen geht es wieder los, dann nach Südfrankreich :-). Ich gucke auf jeden Fall mal bei dir vorbei und hole mir Inspiritationen für meinen nächsten Lissabon-Besuch. Ich war insgesamt fünf Tage da, das reicht ja noch lange nicht, um alles zu entdecken…
      Liebe Grüße, Marc

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