Costa Rica Roadtrips

18. Mai 2018 , von

Naturparadies Costa Rica – Planung für 2 Wochen Roadtrip

Costa Rica ist zwar kein großes Land. Trotzdem muss man sich, wie eigentlich vor jeder Reise, auch hier genau überlegen, wo man hinfahren will und wie man seine Reisezeit aufteilt. Ich war im Januar 2018 für zwei Wochen in diesem wunderbaren Land. Mit meinem Freund habe ich einen kleinen Roadtrip gemacht und dabei versucht, möglichst viele spannende Spots in Costa Rica zu besuchen. Meine Tipps, was sich besonders lohnt, welche Erfahrungen ich gemacht habe und was du vielleicht besser vermeidest, habe ich in diesem Post zusammen getragen.

Überblick schaffen – was will ich unbedingt sehen?

In Costa Rica leben nur knapp fünf Millionen Menschen. Und von der Fläche ist Deutschland siebenmal so groß wie Costa Rica. Trotzdem gibt es dort so viele tolle Sehenwürdigkeiten und spannende Orte, dass zwei Wochen kaum ausreichen: Nationalparks in jeder Himmelsrichtung, fantastische Strände, die Hauptstadt San José, angrenzende Länder – ein guter Plan ist deshalb unbedingt notwendig, um möglichst viel und das Richtige zu erleben.

Zu Beginn meiner Reiseplanung stellte sich natürlich die Frage: Was schaffe ich in zwei Wochen? Um darauf ansatzweise vernünftig antworten zu können, ist das erste To-Do für mich immer, einen Reiseführer zu lesen. Eigentlich jedes Mal entscheide ich mich dabei für den jeweiligen Lonely Planet*. Über die Jahre hat sich das zur besten Quelle entwickelt, um für mich passende Einschätzungen und Tipps für Reiseziele zu bekommen. 

Lonely Planet Costa Rica

Die Auswahl an Reiseführern ist groß. Was ich am Lonely Planet immer schätze, ist die Top 25 mit den besten To-Dos am jeweiligen Ziel. Daraus erstelle ich mir einen Großteil meiner Route.

Der Nebelwald von Monteverde – ein absolutes Muss

Durch die Recherche im Reiseführer, diversen Reiseblogs und Youtube-Videos wurde mir schnell klar, dass ich ganz viel Natur sehen will. Costa Rica bietet sehr viele verschiedene Nationalparks mit tollen Landschaften und spannenden Tieren, dass gar nichts anderes übrig bleibt. Diverse Eckpunkte haben sich dabei schnell als Wunschziel herausgestellt. Der Nebelwald in Monteverde stand dabei von Beginn an ganz oben auf meiner Wunschliste. So etwas hatte ich vor dieser Reise noch nie gesehen. Die klimatischen Bedingungen in diesem Nationalpark sind einmalig: Fast nirgendwo sonst auf der Welt gibt es einen Wald, in dem permanent so viele Regenwolken festhängen und ihm dadurch einen düsteren, modrigen Charme verpassen. Außerdem wurde mir schnell klar, dass ich einen der fünf aktiven Vulkane in Costa Rica sehen will. Am einfachsten ist die Anreise zum Volcan Arenal, den man mit einer dreistündigen Fahrt aus San José erreichen kann. 

Der Nebelwald Monteverde

In Costa Rica gibt es so viel fantastische Natur. Der Nebelwald Monteverde ist einzigartig.

Ausblick in Monteverde

Der Nationalpark liegt direkt an der kleinen Stadt Santa Elena. Dort ist es kälter und windiger als an allen anderen Orten in Costa Rica, weil es ein Bergdorf ist. Der Ausblick reicht aber über das halbe Land bis nach San José oder wie hier bis auf die Nicoya-Halbinsel am Pazifik.

Arenal

Der größte und beeindruckendste Vulkan des Landes ist der Arenal. Leider versteckt er sich oft hinter Wolken.

Riesige Auswahl an Nationalparks – welcher passt zu mir?

Nebelwald, Vulkangebiet. Was fehlt noch? Ein Nationalpark mit Tieren! Der Hauptgrund für mich, nach Costa Rica zu fahren, waren ehrlich gesagt Faultiere. Ich wollte diese Tiere schon immer mal in freier Wildbahn sehen! Und das geht eben in Costa Rica am besten. Es gibt in Costa Rica diverse Spots, Faultiere zu sehen. Freunde erzählten mir, dass es allerdings nie garantiert ist. Die Tiere verstecken sich weit oben in den Bäumen und kommen nur einmal alle sieben Tage vom Baum, um auf Toilette zu gehen. Aber ich hatte Glück!

Faultiere im Jaguar Reserve in Puerto Viejo

Funfact über Faultiere: Dass sie gut Klettern können und viel Schlafen weiß jeder. Was auch mich erstmal überrascht hat – Faultiere sind exzellente Schwimmer!

In Costa Rica gibt es Tiere ohne Ende.  Im Nebelwald Monteverde leben zum Beispiel ganz viele Nasenbären.

Faultiere sind das inoffizielle Nationalmaskottchen von Costa Rica. Die Leute sind total stolz auf drauf und machen aus Fautlieren fast Popkultur. Und wer könnte es ihnen verübeln?

Das wirkliche Nationaltier ist allerdings der Quetzal, ein seltener Vogel mit grünen Federn. Wir konnten ihn bei einer Vogelbeobachtungstour zumindest durch ein Fernglas sehen und fotografieren.

Manuel Antonio – Tiere vs. Tourismus

Die größte Anzahl an Tieren auf kleinstem Raum gibt es wohl im Parque Nacional Manuel Antonio. Deswegen war ich auch hier von Beginn an dafür, dort hinzufahren. Das einzige, aber deutliche Kontra-Argument: Manuel Antonio ist der mit weitem Abstand touristischste Nationalpark in Costa Rica. Das liegt daran, dass er von San José mit Bustouren einfach zu erreichen ist. Jeden Tag fahren unfassbare Massen an Menschen mit Touri-Veranstaltern eben zu diesem Park, direkt davor warten anstrengende Verkäufer und im kleinen Nationalpark findet man kaum ein ruhiges Plätzchen. Trotzdem haben wir uns entscheiden, nach Manuel Antonio zu fahren – mit einem klaren Plan: Früh aufstehen und als erstes im Park sein. Nur dann kann man den Touristenmassen entfliehen. Ein Learning vorab, das ich am eigenen Leib erfahren musste: Montags hat der Park zu! Behalte das bei deiner Planung im Kopf, sonst stehst du wie ich vor einem geschlossenen Park.

Parque Nacional Manuel Antonio

Ein untypisches Bild für Manuel Antonio. Ab morgens kommen hier Touristengruppen, um den kleinen Nationalpark voller Tiere zu bewandern. Oder um an einem der beiden tollen Strände zu baden.

Tortuguero oder Corcovado? Oder beide? Oder Keiner?

Die Alternativen zum überlaufenen Manuel Antonio heißen Parque Nacional Corcovado und Parque Nacional Tortuguero. Das sind die beiden beeindruckendsten Nationalparks des Landes. Gegen beide sprechen aber auch Argumente. Der Corcovado ist riesig und es braucht Zeit, ihn zu erkunden. Plane auf jeden Fall mehrere Tage ein, wenn du dort hin willst und mache dann die langen, meist mehrere Tage andauernden Wanderungen. Für uns war der Corcovado einfach zu weit entfernt und wäre mit insgesamt locker acht bis zehn Stunden mehr Fahrt verbunden gewesen. Dafür fehlte einfach die Zeit auf unserem zweiwöchigen Trip!

Der Tortuguero lockt mit Schildkröten, die ihre Eier am Strand legen und mit Bootstouren durch das sumpfige Regenwaldgebiet. Um ehrlich zu sein: Im Rückblick hätte ich diesen Ausflug gerne gemacht. Der Nationalpark ist von der Karibikküste über Tagesausflüge erreichbar. Wir haben uns auch hier aus Zeitgründen dagegen entschieden. Aber es gibt viele gute Anbieter. Wenn du auf Tiere und Natur stehst, solltest du dir den Tortuguero anschauen.

Karibikküste vs. Pazifikstrände – was muss sein?

Beide Küsten lohnen sich! Wir haben uns deshalb dazu entschieden, auch beide Seiten zu sehen. Überall heißt es, die beiden Strandseiten seien so unterschiedlich. Und das stimmt! Die Karibikküste auf der Ostseite ist ein ehemaliges Aussteiger- & Hippieziel. Puerto Viejo & Cahuita sind ganz entspannte, karibische Orte mit tollen, natürlichen Stränden und Touristen, die das einfache, gute Leben genießen.

Bar in Puerto VIejo

„Einen Mojito, bitte!“

Cahuita Nationalpark

An der Karibikküste kann man so viele tolle Dinge unternehmen. Der Nationalpark in Cahuita ist einer der schönsten des Landes. Unbedingt angucken!

Rafting

Water Rafting lieben die Costa Ricaner! Völlig zu recht! Von Cahuita und Puerto Viejo aus gibt es täglich geführte Touren.

Die Pazifikküste zeigt das komplette Gegenteil: Pauschaltourismus, Strandverkäufer, Anbieter von Touren auf und über dem Wasser – einfach klassischer Tourismus. Das hat auch seine Vorteile! Gemütliche Liegen findet ihr hier an jedem Strand, coole Strandbars auch. Aber nicht das Gefühl, einer der wenigen Touristen zu sein.

Playa Samará

Die Sonne geht im Westen unter. Das schadet den Stränden an der Pazifikküste jetzt nicht.

Wir wollten den Kontrast unbedingt erleben und haben beides genossen. Vier Tage Karibik zum Reinkommen und Runterfahren und am Ende fünf Tage am Pazifik, um klassischen Strandurlaub zu machen.

Wie sieht der fertige Reiseplan für zwei Wochen Costa Rica aus?

Wenn du dich für deine Lieblingsziele entschieden hast, bleibt noch die Frage, wie man sie am Cleversten zusammenstellt. Die Straßen sind nicht überall in bestem Zustand, es gibt oft auch nur eine einzige gut befahrbare Straße zwischen zwei Zielen, die auch alle LKWs nutzen und so dauern die Fahrten eine gewisse Zeit lang. Wir haben so geplant, dass keine Strecke mehr als vier Stunden Fahrtzeit in Anspruch genommen hat.

Unsere fertige Route sah dann folgendermaßen aus, bei uns waren es am Ende dann 16 Tage:

  1.  Ankunft und eine Übernachtung in San José
  2. Vier Tage an der Karibikküste – Puerto Viejo & Cahuita
  3. Drei Tage Volcan Arenal – La Fortuna und die Wanderungen um den Vulkan
  4. Zwei Tage Monteverde – Nebelwald, Nachtwanderungen, Berge
  5. Vier Tage Pazifikküste – Playa Samará & Nicoya-Halbinsel
  6. Zwei Tage Parque Nacional Manuel Antonio – Tiere & Tourismus
  7. Letzte Übernachtung und Abflug aus San José

Warst du selbst schon mal in Costa Rica? Was war deine Route und welche Erfahrungen hast du gemacht? Wir freuen uns über Feedback!

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2 Comments

  • Reply Ricarda 23. Mai 2018 at 9:09

    Toller übersichtlicher Artikel, der echt hilfreich ist…und Fernweh weckt!

    • Reply Nils 23. Mai 2018 at 9:10

      danke dir! und jaaaaaa, 100% fernweh-alarm!

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