Italien Städtereisen 5. April 2017

Rom: Mit dem Fahrrad über die Via Appia Antica

Die Via Appia Antica in Rom

Ich kenne keine Stadt, die eine solche Dichte an Sehenswürdigkeiten hat wie Rom – schließlich stehen hier einige der bekanntesten Kirchen, Paläste und Ruinen der Welt quasi dicht an dicht. Der Nachteil: Vor allem im Sommer ist Rom komplett überlaufen und man sieht den Trevi-Brunnen manchmal vor lauter Selfie-Sticks nicht mehr. Ich habe einen Tipp für dich, wie du den Touristenmassen entkommen kannst und trotzdem nicht auf antike Bauten und römische Geschichte verzichten musst. Miete dir ein Fahrrad und mache eine Tour über die Via Appia Antica.

Die Via Appia Antica in Rom

Die Via Appia war zu Zeiten des alten Roms eine wichtige Handelsstraße. Sie führte von Rom bis in den Süden Italiens und war viel befahren. Vor den Toren der Hauptsadt lagen deswegen unzählige Gutshöfe, Villen, Grabstätten, Thermen und andere Gebäude links und rechts der Via Appia. Einige Teile der alten Straße sind noch heute erhalten und gehören zum Regionalpark Via Appia Antica. Unter der Woche braust der Verkehr über das teils noch aus der Römerzeit stammende Steinpflaster, das vor ungefähr 2000 Jahren schon von römischen Kutschen und Reitern genutzt wurde. Sonntags ist die Via Appia Antica allerdings für Autos gesperrt und wird zum Paradies für kulturhungrige Fahrradfahrer.

Ein guter Startpunkt für eine Radtour ist Nahe der Bushaltestelle Appia Antica/Domine Quo Vadis (Buslinie 118). In Sichtweite der Haltestelle befindet sich der Punto Informativo Appia Antica. Hier kannst du für drei Euro pro Stunde Fahrräder leihen und deine Tour beginnen. Zusätzlich erhältst du eine Karte, auf der die verschiedenen Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke eingezeichnet sind.

Broschüre der Via Appia Antica in Rom

Am Fahrradverleih erhält man diese Broschüre in der alle Sehenswürdigkeiten beschrieben sind.

Die Via Appia Antica in Rom

Der Boden ist teilweise sehr holprig.

Bis zum anderen Ende des Regionalparks, der im Prinzip das größte Freilichtmuseum der Welt ist, sind es 15 Kilometer mit dem Rad. Die Strecke ist sehr pittoresk: Unterwegs hält man immer wieder an und bestaunt die zahlreichen antiken Denkmäler und Ruinen. Außerdem ist die Gegend sehr grün, fast schon parkähnlich. Am Wegesrand wachsen unzählige Zypressen, Pininen und andere mediterrane Klischeepflanzen.

Das Mausoleo di Cecilia Metella auf der Via Appia Antica in Rom

Eine der Sehenswürdigkeiten am Wegesrand: Das Mausoleo di Cecilia Metella.

Zu meinen Lieblingsorten auf der Via Appia Antica zählt die Maxentiusvilla, in der einst der römische Kaiser gleichen Namens residierte. Zum Anwesen gehören auch die Überreste eines antiken Zirkus, in dem damals Pferderennen und Gladiatorenkämpfe stattfanden. Direkt nebenan liegt das Mausoleum seines Sohnes Valerius Romulus, dessen unterirdische Katakomben du besichtigen kannst. Ich bin die Via Appia Antica nicht die kompletten 15 Kilometer gefahren, sondern habe mir Zeit für die Besichtigungen genommen. Außerdem braucht man relativ lang für die Strecke: Die Piste ist steinig und sandig. Manchmal ist sie so holprig, dass man neben der eigentlichen Straße fahren oder auch mal absteigen muss.

Die Maxentiusvilla auf der Via Appia Antica in Rom

Auf dem Gelände der Maxentiusvilla…

Der Zirkus der Maxentiusvilla auf der Via Appia Antica in Rom

…befinden sich auch die Überreste eines alten Zirkus.

Mein Punkt der Umkehr war auf Höhe der Villa der Quintilier, die nach ungefähr zehn Kilometern erreicht wird. Die Überreste dieser ehemals luxuriösen Villa, die einer römischen Politikerfamilie gehörte, befinden sich auf einem weitläufigen Gelände. Man kann die einstmals beeindruckenden Ausmaße der Anlage immer noch erahnen. Allein für einen Spaziergang durch die weitläufigen Ruinen kannst du bereits eine Stunde einplanen.

Die Villa der Quintilier auf der Via Appia Antica in Rom

Blick auf die Villa der Quintilier.

Die Villa der Quintilier auf der Via Appia Antica in Rom

Die Überreste befinden sich auf einem weitläufigen Wiesengelände.

Marc Möllmann in der Villa der Quintilier auf der Via Appia Antica in Rom

Man kann die Ruinen begehen und ein bisschen darin klettern.

Die Villa der Quintilier auf der Via Appia Antica in Rom

Bei der Besichtigung bieten sich immer wieder interessante Perspektiven.

Die meisten Sehenswürdigkeiten kosten einen moderaten Eintrittspreis von wenigen Euros, manche sind aber auch gratis. Unterwegs findest du einige Möglichkeiten zur Einkehr, in denen du in der Sonne sitzen und dich stärken kannst. Es lohnt sich, eine Wasserflasche dabei zu haben. Auf der Via Appia Antica gibt es (wie fast überall in Rom) viele Trinkwasserbrunnen, an denen du die Flasche immer wieder auffüllen kannst.

Wovon ich abrate: Kehre nicht in der Mischung aus Trattoria, Tabakladen und Ticketkiosk direkt neben dem Fahrradverleih ein. Wir haben dort für eine überschaubare Portion Lasagne aus der Mikrowelle, einen Bulgursalat – beides stilecht mit Plastiktellern und -besteck serviert – und zwei Bier ungefähr 30 Euro bezahlt. Rom ist zwar an vielen Ecken teuer, aber das war dann doch zu viel des Guten. Mir hat der Ausflug sehr gut gefallen, um dem römischen Großstadtrubel zu entfliehen. Es fühlt sich nicht so an, als wäre man nur 15 Minuten mit dem Bus von den Touristenmassen im Forum Romanum und Kolosseum entfernt.

Kathi Hofmann auf der Via Appia Antica in Rom

Im Vergleich zur Innenstadt Roms ist hier wirklich wenig los.

 

 

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