Listomania USA 6. August 2017

Yosemite National Park: Zehn Tipps und Highlights für deinen Besuch

Blick auf den Half Dome im Yosemite national Park

Der Yosemite National Park in Kalifornien zählt zu den bekanntesten Naturdenkmälern der Welt. Selbst Leute, die mit dem Namen nichts anfangen können, haben wahrscheinlich schon mal irgendwo ein Foto des beeindruckenden Yosemite Valleys gesehen: als Bildschirmschoner, Desktophintergrund oder Fototapete. Um die Schönheit des Parks komplett zu erfassen, muss man ihn aber einmal mit eigenen Augen gesehen haben. Mich hat mein Besuch nachhaltig beeindruckt. Die donnernden Wasserfälle, die massiven Granitfelsen und die saftigen Wiesen und Wälder im Valley bilden eine unvergleichliche Naturkulisse. Der Blick vom Glacier Point auf den berühmten Half Dome und das Yosemite Valley wird zum Schönsten gehören, das du jemals in deinem Leben sehen wirst. Damit du einen entspannten und reibungslosen Aufenthalt im Park hast, solltest du aber ein paar Dinge beachten. Hier kommen deswegen mein Top 10 Tipps und Sehenswürdigkeiten für eine unvergessliche Zeit im Yosemite National Park.

#1 Die Aussicht vom Glacier Point genießen

Panorama Yosemite Valley vom Glacier point

Der Blick vom Glacier Point hinab ins Yosemite Valley ist einfach überwaltigend.

Der Glacier Point ist der berühmteste und spektakulärste Aussichtspunkt im Yosemite Park. Die Zufahrt zweigt von der Hauptstraße ab. Von der Kreuzung fährst du noch eine knappe halbe Stunde. Doch der Umweg lohnt sich. Ich empfehle dir, deinen Besuch am Glacier Point zu starten. Von hier oben hast du eine fantastische Aussicht auf das gesamte Yosemite Valley mit seinen riesigen Wasserfällen und dem majestätischen Half Dome, dem berühmtesten Berg im Park. So kannst du dir einen ersten Überblick verschaffen. Ich fühlte mich unfassbar klein und unbedeutend im Angesicht dieser monumentalen Weite. Neben mir stand eine Frau, die vom Anblick des Tals emotional so berührt war, dass sie geweint hat. Keine Übertreibung, sondern eine wahre Geschichte.

Marc Möllmann am Glacier Point

Nimm dir die Zeit, um den Moment zu genießen.

#2 Ein Bilderbuchfoto vom Tunnel View aus machen

Zurück auf der Hauptstraße geht es dann hinab ins Yosemite Valley. Die Einfahrt folgt durch einen Tunnel, hinter dem sich ein weiterer spektakulärer Ausblick befindet: Der so genannte Tunnel View, eines der meistfotografierten Motive im Park. Von hier hast du das ganze Tal vor deiner Brust. Auf der rechten Seite liegt El Capitan, zentral im Hintergrund erhebt sich wieder der Half Dome und rechts sprudelt der Bridalveil Fall. Die Amis würden sagen: Awesome!

Tunnel View im Yosemite National park

Mein Foto vom Tunnel View. Leider wird der Half Dome von einigen Wolken verdeckt.

#3 Eine Fahrradtour durch das Yosemite Valley unternehmen

Wer meinen Blog verfolgt, weiß, dass ich gerne mit dem Fahrrad unterwegs bin. Das Yosemite Valley ist ein Paradies für Biker. Im Tal gibt es kaum Steigungen, dafür aber ein gut ausgebautes Netz an Radwegen. Und ringsherum erheben sich die spektakulären Granitfelsen – was für eine Kulisse zum Fahrradfahren! Hier findest du Infos über die Verleihstationen im Yosemite Valley.

#4 Die Yosemite Falls bestaunen

Upper Yosemite Falls

Die Yosemite Falls gehören mit knapp 740 Metern zu den höchsten Wasserfällen der Welt.

Lower Yosemite Falls

Im Frühsommer führen sie noch sehr viel Wasser.

Mit unglaublicher Wucht donnern die Yosemite Falls den Berg hinunter. Ich konnte sie schon aus einer Entfernung von mehreren hundert Metern hören. Es gibt einen sehr einfachen, kurzen Trail, der von der Hauptstraße zum unteren Ende der Lower Yosemite Falls führt. Wer eine echte Herausforderung sucht, macht sich auf den Weg hinauf zu den Upper Yosemite Falls. Das dauert dann aber ein paar Stunden. Vergiss nicht, genug Wasser mitzunehmen!

#5 Zu den Vernal & Nevada Falls wandern

Nicht ganz so anstrengend, aber trotzdem konditionell fordernd ist die Wanderung über den Mist Trail zu den Vernal & Nevada Falls. Zumindest der Aufstieg zu den tiefer gelegenen Vernal Falls gehört zum absoluten Pflichtprogramm eines Yosemite-Besuchs. Über einen größtenteils asphaltierten Pfad geht es für eine knappe Stunde stetig bergauf, bis du am Rand der Vernall Falls ankommst. Der Weg führt dort auf Stufen direkt am Wasserfall vorbei. Die Gischt hat mich komplett durchnässt, bei warmem Wetter eine willkommene Abkühlung. Bei kühleren Temperaturen empfehle ich dringend eine Regenjacke! Die Szenerie ist beeindruckend: Ich habe einen Regenbogen beobachtet, der sich in der Gischt gebildet hat. Bei Sonnenschein wahrscheinlich ein alltägliches Schauspiel. Mehrere Minuten stand ich direkt am Rand und habe mich einfach berieseln lassen. Ich garantiere dir einen erhöhten Endorphinausstoß.

Mist Trail im Yosemite National Park

Über diese Stufen geht es auf dem Mist Trail ganz nah an die Vernal Falls heran.

Vernal Falls im Yosemite National Park

Die Gischt ist so stark, dass bei gutem Wetter oft ein Regenbogen zu sehen ist.

Wer dem Mist Trail weiter bis zum Nevada Fall folgt, kann den Rückweg über den John Muir Trail antreten. Das ist dann eine schöne Tageswanderung. Danach wirst du platt sein, aber auch sehr glücklich. Auf der Seite des National Park Service findest du eine genaue Beschreibung des Trails.

Wem das nicht genug Herausforderung ist: Über den 4-Mile-Trail kannst du aus dem Tal direkt hoch zum Glacier Point wandern. Und die ganz Harten wagen den nicht ungefährlichen Aufstieg auf den Half Dome. Dafür brauchst du allerdings eine Permit, also eine Genehmigung. Maximal 300 Wanderer dürfen den Berg täglich besteigen.

Half Dome, Neada and Vernal Falls

Blick auf den Half Dome sowie die Vernal & Nevada Falls vom Glacier Point aus.

#6 Ein Stück auf dem Tioga Pass fahren

Wer im Hochsommer kommt, sollte ein Stück auf dem Tioga Pass fahren. Er ist die einzige Zufahrt zum Yosemite National Park von Osten her und führt durch die Höhen der Sierra Nevada. Lohnenswert ist ein Stopp am Tenaya Lake. Das ist ein unglaublich klarer Bergsee, in dem du im Sommer schwimmen kannst. Der Tioga Pass wird ab Mitte April freigeräumt, das kann aber je nach Schneemenge bis in den Juni hinein dauern. Bei meinem Besuch Mitte Juni war die Straße leider noch gesperrt. Mein Tipp: Wenn du von Osten, aus Richtung Death Valley/Las Vegas in den Park fahren willst, komme nicht vor Anfang Juli. Nur dann kannst du sicher sein, dass die Straße frei ist.

#7 Die Touristenmassen umgehen

Der Yosemite National Park gehört zu den meistbesuchten Nationalparks der USA. In den Sommermonaten kommt deswegen der Verkehr im Yosemite Valley schon mal zum Erliegen. Ich habe den Fehler gemacht, an einem Samstag anzureisen. Die Folge: Hinter dem Tunnel View stand ich direkt eine Stunde im Stau. Und dann begann der wahre Stress, nämlich die Parkplatzsuche. Die vorhandenen Platzkapazitäten reichen für den großen Andrang nicht aus. Ich bin über eine Stunde über sämtliche Parkplätze im Tal gefahren, der Kampf um die freien Spots gleicht einem Krieg. Deswegen mein allerwichtigster Tipp: Meide das Wochenende. Dann ist es nicht nur auf den Parkplätzen, sondern auch den Wanderwegen deutlich angenehmer. Und auch der Transport mit den freien Shuttlebussen, die dich in alle Ecken des Tals und zu den Trailheads bringen, läuft viel stressfreier ab.

Bei meinem Besuch an einem Samstag war sehr viel los. Da war es gar nicht so leicht, ein schönes Erinnerungsfoto von mit mit dem Half Dome im Hintergrund zu schießen.

#8 Eine geeignete Unterkunft finden

Es gibt ein paar wenige, zugegebenermaßen sehr schöne Unterkünfte und Campingplätze im Park wie das Majestic Hotel, das Half Dome Village oder die Valley Lodge. Einfache Holzhütten gibt es ab 200 Dollar, eine Nacht in den besseren Hotels kostet schnell bis zu 500 Dollar pro Zimmer. Das ist eine Menge Kohle. Das Angebot ist zudem begrenzt, deshalb muss in der Regel lange im Voraus gebucht werden. Ich empfehle dir dann, eine Unterkunft am Rand des Parks zu suchen.

Mein Tipp ist die kleine Stadt Oakhurst nahe des Südportals. Von hier bin ich ungefähr 30 Minuten zum Parkeingang und 90 Minuten ins Yosemite Valley gefahren. Wenn du früh aufbrichst, ist das problemlos machbar. In Oakhurst gibt es eine große Auswahl gängiger Motelketten und mehrere Supermärkte. Ich selbst habe nicht direkt in Oakhurst, sondern am wenige Kilometer entfernten Bass Lake übernachtet. Dort habe ich über AirBnB ein Doppelzimmer für ungefähr 110 Dollar pro Nacht gefunden. Das kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen. Sehr nett da!

Bass Lake

Am Bass Lake im Süden von Yosemite gibt es einige nette Unterkünfte. Und auch ein paar schöne Wanderspots.

#9 Die beste Reisezeit beachten

Auch wenn es dann teilweise sehr voll ist, lohnt sich ein Besuch im Sommer. Nicht nur der Tioga Pass, sondern auch die Straße zum Glacier Point ist im Winter gesperrt. Wirf bei deiner Planung einen Blick auf die Öffnungs- und Schließungszeiten der Straßen in den letzten Jahren. Das Yosemite Valley ist im Frühsommer zwischen Mai und Anfang Juli am Attraktivsten, dann führen die Wasserfälle das meiste Wasser. Im August und September ist das Wetter zwar häufig noch warm und sonnig, aber die Wasserfälle trocknen zu kleinen Rinnsalen aus.

#10 Spaß haben

Egal zu welcher Jahreszeit, der Yosemite National Park ist immer beeindruckend. Wenn du nur im Winter kannst: Komm‘ trotzdem. Wenn du nur am Wochenende kannst: Komm‘ trotzdem. Und auch wenn es sehr voll ist oder du im Stau stehst, lass dich nicht stressen, sondern genieße deinen Aufenthalt. Unser Planet ist wunderschön und der Yosemite National Park ist einer der faszinierendsten Beweise für die Perfektion der Natur!

Granitberg im Yosemite

Genieße deine Zeit im Park, er ist wunderschön!

Wenn du mehr Tipps für deinen Roadtrip durch den Südwesten der USA suchst, wirf einen Blick auf meine anderen Artikel:

San Francisco: Mit dem Fahrrad über die Golden Gate Bridge

Wandern extrem: Der Angels Landing Trail im Zion National Park

Warst du selbst schon im Yosemite? Wie hat es dir dort gefallen? Hast du vielleicht sogar schon mal den Half Dome bestiegen? Dann schreib mir – ich freue mich über jede Rückmeldung.

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