Italien Städtereisen

11. Januar 2019 , von

Mailand Kurztrip: Warum sich die italienische Mode-Metropole auch im Winter lohnt

Frontanblick des Doms in Mailand

Manchmal kommt eben doch alles anders als man denkt: Vor ein paar Wochen hatte ich extra andere Reiseblogger nach ihren Empfehlungen für einen Städtetrip im Winter gefragt – und viele wirklich tolle Tipps bekommen. Als ich dann aber mit ein paar Freunden beschloss, über Silvester 2018/2019 einen Winter Städtetrip zu unternehmen, habe ich mich am Ende doch für eine ganz andere Stadt entschieden. Es ging für uns auf einen Mailand Kurztrip. Und ich habe die Entscheidung nicht bereut! Deshalb kann ich den Tipps meiner Bloogerkolleginnen und -kollegen nun noch eine eigene Empfehlung für einen Winter Städtetrip hinzufügen. Mailand im Winter ist toll. Warum das so ist und was ich in der Stadt alles erlebt habe, verrate ich in diesem Post!

Die bekannteste Sehenswürdigkeit: Der Mailänder Dom

Von unserer Air-BnB-Unterkunft am Rande des Stadtzentrums sind es nur fünf Stationen mit der Metro zum zentralen Anlaufpunkt in Mailand, nämlich zur Haltestelle „Duomo“. Dort befindet sich, wie der Name schon verrät, der Mailänder Dom – ohne Frage die bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt und absolutes Pflichtprogramm während einem Mailand Kurztrip. Kein Wunder also, dass am Ticket Office erstmal eine lange Schlange steht. Etwas kürzer ist die Wartezeit am Schalter für die „Fast-Track-Pässe“, sowas kannte ich vorher nur aus Freizeitparks, um die Lines an den Achterbahnen zu skippen.

Empfehlenswert ist es deshalb, sich die Karten für die Dombesichtigung schon vorher online zu sichern, dann ersparst du dir das anstehen. Neben der Kirche selbst können auch das Dach und die „Terrassen“ besucht werden, entweder per Lift oder über Treppen. Ich entscheide mich für ein Kombiticket und wähle die Option „Treppe“, das kostet stolze 12,50 Euro. Ganz schön viel für eine Kirche!

Mailänder Dom Terrassen 2

Der Dom ist definitiv ein beeindruckendes Bauwerk.

Mailänder Dom Terrassen 1

Besonders das Dach und die Terrassen lohnen sich!

Achtung: Es gibt separate Eingänge für die eigentliche Kirche, die Treppenbesteigung und den Lift. Achte darauf, dass du dich nicht am falschen Eingang anstellst.

Der Besuch lohnt sich trotz des hohen Eintrittspreises, denn der Mailänder Dom sieht anders aus als alle anderen berühmten Gotteshäuser: Er hat keinen hohen Turm oder eine riesige Kuppel. Dafür aber unzählige kleine Figürchen, Statuen und spitze Türmchen, welche die Außenfassade zieren. Das sieht auf jeden Fall ziemlich eigen aus. Außerdem ist der Mailänder Dom von seiner Grundfläche die drittgrößte Kirche der Welt und wirkt deswegen natürlich sehr wuchtig!

Mein Hauptargument für eine Besichtigung des Doms ist allerdings die tolle Aussicht von den Terrassen – auch im Winter. Während meiner vier Tage in Mailand schien nämlich durchgehend die Sonne und so hatte ich nicht nur einen einwandfreien Blick auf den Domplatz, sondern auch auf die ganze Stadt.

Blick auf den Mailänder Domplatz

Ich bin ja ein Fan von schönen Ausblicken. Deswegen fand ich die Dombesteigung natürlich auch super!

Nur gucken, nicht anfassen: Die Galleria Vittorio Emanuele II

Mailand gilt als Mode-Metropole, als ein Zentrum der Nobelmarken und Star-Designer. Wer richtig Geld für feinsten Zwirn ausgeben will, ist in der Galleria Vittorio Emanuele II richtig. Diese superschicke Einkaufspassage liegt praktischerweise direkt neben dem Dom. Und sie ist auch für Modemuffel geeignet. Das Gebäude sieht nämlich aus wie ein Palast mit einer mächtigen Glaskuppel. Bereits der Eingang ist beeindruckend, es handelt sich um einen riesigen Triumphbogen. Wer kann, der kann!

Galleria Vittorio Emanuele II

Klotzen statt kleckern. Da können die Köln Arcaden bei mir in Kalk nicht mithalten…

Galleria Vittorio Emanuele II

Wem Versace zu teuer ist, der kann sich immerhin noch an der beeindruckenden Architektur erfreuen. Und an diesem „hübschen“ Weihnachtsbaum.

Im Inneren gibt es dann Boutiquen der bekannten Nobelmarken: Gucci, Prada, Versace – alles am Start. Bei Preisen von mindestens 2000 Euro für eine Handtasche gilt allerdings für die meisten das ausgelutschte Motto: Nur gucken, nicht anfassen.

Shopping-Tour durch die Innenstadt von Mailand

Jetzt kommt die gute Nachricht: Auch Normalsterbliche können auf einem Mailand Kurztrip wunderbar shoppen gehen. Im Innenstadtbereich gibt es auch Klamotten zu erschwinglicheren Preisen. Vom Domplatz gehen in jeweils entgegengesetzter Richtung der Corso Vittorio Emanuele II und die Via Torino ab, hier findest du alles, was das Herz begehrt. Von coolen Streetwear-Boutiquen bis hin zu den großen internationalen Modeketten. Auch ein Blick in die Querstraßen lohnt sich: In einer Seitenstraße der Via Torino habe zum Beispiel eine Filiale der italienischen Kette Scout entdeckt, die wirklich schöne Klamotten anbietet, hauptsächlich aus den Bereichen Streetwear und Outdoor.

Eine Straße in der Innenstadt von Mailand

Auch in den „normalen“ Einkaufsstraßen gibt es tolle Häuser zu bewundern…

Ein Stadtbummel zum Castello Sforzesco

Wenn du schon mal in den Nebenstraßen unterwegs bist: Lass dich dich einfach ein bisschen treiben. Auch im Winter bietet es sich bei einem Mailand Kurztrip an, einfach durch die Stadt zu bummeln: Im Innenstadtbereich ist alles fußläufig erreichbar und selbst im Januar und Februar steigen die Temperaturen tagsüber häufig auf mehr als zehn Grad. Oft gibt es dazu dann auch noch strahlenden Sonnenschein! Außerdem bleibt es meistens trocken, denn nur an vier bis sechs Tagen im Monat regnet es im Mailänder Winter. Eine dicke Jacke solltest du trotzdem einpacken, denn wenn die Sonne untergegangen ist, sinken die Temperaturen deutlich.

Ein weiterer Vorteil im Winter: Die Straßen sind wunderbar beleuchtet, denn die Italiener haben ein Faible für Kitsch. An jeder Straßenecke und in jeder Gasse funkelt, blinkt und glitzert es. Das sorgt für eine besondere Atmosphäre in Kombination mit den vielen schönen alten Häsuern, die es wie in den meisten italienischen Städten natürlich auch in Mailand gibt. So macht ein Stadtbummel Spaß!

Via Madonnina Mailand

Viele Straßen und Gassen, wie hier die Via Madonnina, sind im Winter hübsch beleuchtet!

Mailand Kirche

Solche Kirchen sieht man in Mailand, wie in so vielen italienischen Großstadten, mal eben „im Vorbeigehen“…

Marc Möllmann in Mailand

Posing für Fortgeschrittene: Immer nachdenklich in die Ferne gucken. Reicht trotzdem nicht zum Instagram-Star bei mir…

Ein gutes Ziel für deinen Bummel wäre übrigens ein weitere „Hauptattraktion“ der Stadt: Das Castello Sforzesco, sozusagen das Mailänder Stadtschloss. Im Inneren des Schlosses befinden sich mehrere Museen, die unter anderem italienische Skulpturen seit der Antike, Gemälde aus der Renaissance-Zeit und eine große Musikinstrumentensammlung ausstellen. Falls das Wetter also doch nicht mitspielen sollte, wäre das eine trockene Option. Bei gutem Wetter empfehle ich noch einen Abstecher in den Parco Sempione, der direkt neben dem Schloss liegt. Hier gibt es unter anderem einen Aussichtstturm und einen großen Triumphbogen.

Castello Sforzesco

Macht auch noch in der Dämmerung einen guten Eindruck: Das Castello Sforzesco.

Castello Sforzesco

Außerdem ist es ebenfalls hübsch beleuchtet bei Dunkelheit!

Ausgehtipp: Das Navigli-Viertel

Wenn es dunkel und kalt wird, kommt die Zeit, sich von innen mit einem leckeren Cocktail oder einem Bier zu wärmen. Und das geht ganz hervorragend im Navigli-Viertel. Navigli heißt das Mailänder Kanalsystem. Rund um den Navigli Grande, den Großen Kanal, haben sich unzählige Bars, Restaurants und Clubs angesammelt – hier kannst du abends wunderbar Flanieren. Im Winter ist auch der Kanal festlich beleuchtet. Bei meinem Besuch war sogar eine überdimensionierte Krippe auf dem Kanal aufgebaut. Das war eher Geschmacksache!

Navigli Grande

Nightlife Milanese: Der Navigli Grande.

Für jeden Geschmack gibt es dafür etwas im Al Coccio, einer echt gemütlichen Craft Beer Bar. Die Auswahl an Bieren ist groß und dazu gibt es auch noch leckeres Essen (auch viel vegetarisches). Und dann spielen sie auch noch ausgesprochen gute Musik irgendwo zwischen Britpop, Singer/Songwriter und Retro-Funk. Der Laden ist mein Tipp im Navigli-Viertel. Du erreichst die Kanäle am besten mit der Metro, einfach bis zur Haltestelle Porta Genova fahren!

Bierkarte im Al Coccio

Da ist für jeden Geschmack was dabei: Die Bierkarte im Al Coccio.

Anreise und Unterkunft

Ich habe wie bereits erwähnt am Rand der Innenstadt in einer Air-BnB-Unterkunft gewohnt. Die Auswahl ist dort erwartungsgemäß breit gefächert und es ist tendenziell etwas günstiger, als in einem Hotel abzusteigen. Grundsätzlich sind die Preise im Winter niedriger, weil dann Off-Season ist. Es sei denn, du fährst so wie ich über die Feiertage. Haha.

Via Lambrate

Blick auf die Via Lambrate, in der unser Apartment lag. Sieht aus wie im Frühling, aber dieses Bild ist am 31. Dezember entstanden.

Mailand ist von fast jedem größeren deutschen Flughafen erreichbar. Mehrere Airlines fliegen die Stadt direkt an, zum Beispiel Eurowings, Ryanair, EasyJet und Allitalia. Ich bin von Köln mit Ryanair nach Mailand-Bergamo geflogen. Der Name verrät es bereits, der Flughafen liegt nicht direkt in Mailand, sondern im ca. 50 Kilometer entfernten Bergamo. Von dort fährt allerdings alle paar Minuten ein Bus ab. Es gibt mehrere Anbieter, die im Terminal für 5 Euro pro Fahrt Tickets verkaufen. Die Fahrt in die Mailänder Innensatdt zum Bahnhof Centrale dauert ungefähr 45 Minuten.

Mehr Tipps zu einem Mailand Kurztrip und tiefergehende Infos findest du im sehr empfehlenswerten Lonely Planet Pocket Guide*.

Weitere Empfehlungen für Städetrips im Winter gibt es im eingangs erwähnten Round Up Post.

Ach ja, und bevor ich es vergesse: Alle meine Tipps lohnen sich auch im Frühling, Sommer und Herbst. Mailand ist also das ganze Jahr über gut zu bereisen!

 

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